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Institute for Legal Questions on Free and Open Source Software

Open Source

Open Source Jahrbuch 2008 veröffentlicht

Von Benjamin Roger
 
Auch dieses Jahr zur CeBIT ist das – nunmehr fünfte – Open Source Jahrbuch erschienen. Neben gesellschaftlichen Entwicklungen im Zusammenhang mit OSS gilt das Augenmerk auch der zunehmenden Etablierung als Geschäftsmodell, nicht ohne allerdings deren ökonomisch bedingte Grenzen aufzuzeigen. Es ergibt sich eine erfreuliche Vielfalt an insbesondere wirtschafts- und sozialpolitischen Erörterungen, verbunden mit zahlreichen Berichten aus der Praxis. » Weiter

Microsoft will (oder muss) offener werden

Von Dr. Olaf Koglin
 
Microsoft Corp. hat am 21.02.2008 eine "weitreichende Änderung seiner Technologie und seiner Geschäftspraktiken" angekündigt, seine Produkte offener zu gestalten und Interoperabilität zu verbessern. Die neue Strategie umfasst einen Vier-Punkte-Plan:
1. Die Zusicherung offener Schnittstellen,
2. die Portabilität von Daten,
3. verbesserter Support für Industriestandards, und
4. die Verstärkung von "open engagement" mit Kunden und der Instrie, ausdrücklich unter Einschluss der Open Source Communities.

Es fragt sich, was auf diese Ankündigungen konkret folgt, was davon nicht ohnehin per Gesetz oder durch die Missbrauchsverfahren der EU-Kommission hätte erfolgen müssen, und was für Auswirkungen dies in Zusammenhang mit GPL haben kann. » Weiter

Stadt Wien reitet die Open Source-Welle weiter

Von Dr. Julia Küng
 
Die Stadt Wien hat eine erneute Initiative zur Förderung von Open Source-Projekten gestartet. Im Rahmen eines Technologie-Förderwettbewerbs wurden 13 österreichische Projekte aus dem Bereich der Informations- und Telekommunikationstechnologie ausgewählt. Die Technologieagentur der Stadt Wien, das „Zentrum für Innovation und Technologie“ (ZIT), fördert diese mit insgesamt 1,4 Millionen Euro. Beinahe die Hälfte der ausgesuchten Projekte, nämlich sechs an der Zahl, sind Open Source-Projekte. Auf diese entfallen gemeinsam € 640.000,00 an Fördergeldern. » Weiter

Neuerscheinung: Dissertation "Opensourcerecht" von Olaf Koglin

Von Dr. Axel Metzger
 
Die Doktorarbeit "Opensourcerecht" von ifross-Mitglied Dr. Olaf Koglin trägt den Untertitel "Die urheber- und schuldrechtlichen Beziehungen zwischen Lizenzgeber und Lizenznehmer bei Open Source Software am Beispiel der General Public License (GPL)" und ist in einer von Prof. Gerald Spindler herausgegebenen Reihe im Verlag Peter Lang erschienen. Sie enthält neben dem wissenschaftlichen Teil auch eine Erläuterung der für die Praxis wichtigen Teile der GPL. Hier ist auch für Nichtjuristen erklärt, unter welchen Bedingungen Open Source Software kopiert und bearbeitet werden darf, wann das Copyleft andere Software zu Open Source Software machen kann und nach welchen Bedingungen der Übergang von der GPL Version 2 zu Version 3 erfolgt. » Weiter

Open Source Jahrbuch 2007 erschienen

Von Dr. Axel Metzger
 
Es ist eine schöne Tradition geworden, alljährlich zur CeBIT das neue "Open Source Jahrbuch" in den Händen halten zu können. Das mittlerweile vierte Jahrbuch, auch diesmal von den Herausgebern Bernd Lutterbeck, Matthias Bärwolf und Robert Gehring betreut, versammelt zahlreiche lesenswerte Beiträge zur Theorie und Praxis des Open Source Entwicklungsmodells. Das 564 Seiten starke Jahrbuch steht kostenlos zum Download im Internet, kann aber auch als Hardcopy erworben werden.
Natürlich können im Folgenden nur einzelne Beiträge heraugegriffen werden. Prominentester Autor ist dieses Jahr ohne Zweifel Richard Stallman, der freilich wenig Neues zu berichten weiß. Sein Beitrag widmet sich dem bekannten Thema: "Warum 'Open Source' das Wesentliche von 'Freier Software' verdeckt". Schade, dass der Präsident der Free Software Foundation das Forum des Jahrbuchs nicht für einen Beitrag zu einem der aktuell drängenden Fragen der freien Softwarewelt benutzt hat, etwa der GPLv3, dem Microsoft-Novell-Deal o.ä. Er scheint den Kenntnisstand der Leserschaft des Jahrbuchs unterschätzt zu haben.
Die andere Beiträge des Jahrbuchs entschädigen den Leser mit einer Reihe von neuen, teilweise originellen Perspektiven. So lotet Janet Hope die Möglichkeiten der "Pharmaforschung mit Open-Source-Methoden" aus. Wegen der hohen Anfangsinvestitionen und der strengen Regulierung wird der Pharmabereich zumeist als wenig geeignet angesehen, um Open Source-ähnliche Entwicklungsmodelle anzuwenden. Hope nennt diese und andere Hürden für entsprechende Projekte, weist aber auch auf erste Versuche für Open Source-ähnliche Initiativen hin.
Thomas Dreier und Kendra Stockmar beleuchten das konfliktgeladene Verhältnis von "Open Access vs DRM" und kommen zum Ergebnis, dass eine Synthese beider Ansätze in bestimmten Konstellationen möglich ist und auch in der Praxis gelebt wird. In Bernd Lutterbecks Beitrag "Sharing - Ein Kampf ums Recht" liest man, dass der anthropologische Begriff des "sharing" Ausgangspunkt sein könnte, um eine neue juristische Institution jenseits von Eigentum und Allmende zu bilden. Man würde hier gerne mehr erfahren, etwa wie sich die Anerkennung einer solchen Institution auf die vertrags- und gesellschaftsrechtlichen Fragestellungen von Open Source Gemeinschaften auswirken könnte.
Konkrete juristische Fragen stellen sich Christian Laux und Jan Widmer unter der Überschrift "Produkthaftung für Open-Source-Software?". Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass die Gefahren für Open Source Entwickler heute vielfach übertrieben dargestellt werden. Dem kann man im Grundsatz zustimmen, auch wenn man die Haftungsrisiken gerade auch der kommerziellen Distributoren nicht untertreiben sollte. Dem Thema "Die GPLv3 - Ein Schutzschild gegen das Damoklesschwert der Softwarepatente?" widmet sich schließlich Lisa Böcker. Der Beitrag belegt in zutreffender Weise, dass die GPLv3 allenfalls einen Teilbereich der rechtlichen Probleme wird lösen können, die sich für freie Software-Projekte in Anbetracht der wachsenden Zahl von Patenten im Bereich Informationstechnologie stellen. Für die anderen Fragen wird der Gesetzgeber Antworten finden müssen.
Die Auswahl der hier vorgestellten Beiträge ist, notgedrungen, subjektiv wie jede Auswahl. Insgesamt verfestigt sich der Eindruck der letzten Jahre: das Open Source Jahrbuch hat sich als Forum für die Diskussion der wirtschaftlichen, rechtlichen und gesellschaftlichen Fragen der Freien Software etabliert. » Weiter

Steve Ballmer: Microsoft Produkte sind teurer, aber wertvoller als Open Source

Von Till Kreutzer
 
Steve Ballmer, CEO von Microsoft, hat sich bei einem Analysten-Treffen zur Konkurrenz aus dem Open-Source-Lager geäußert. Auch den Deal mit Novell, über den erst kürzlich nähere Einzelheiten bekannt wurden, kommentierte der Manager. An seiner Grundhaltung scheint sich nichts geändert zu haben. Bei Microsoft wird Open Source grundsätzlich als Konkurrenz, nicht als Alternative gesehen. » Weiter

EU-Studien zu Urheberrecht und Freier Software veröffentlicht

Von Dr. Till Jaeger
 
Zwei von der Europäischen Kommission finanzierte Studien sind in der letzten Woche veröffentlicht worden. Die unter der Leitung von Prof. Bernt Hugenholtz von dem Institute for Information Law der Universität Amsterdam erstellte Studie "The Recasting of Copyright & Related Rights for the Knowledge Economy" beschäftigt sich mit dem aktuellen Harmonisierungsstand des Urheberrechts und von Leistungsschutzrechten auf europäischer Ebene. Die Studie "Economic impact of open source software on innovation and the competitiveness of the Information and Communication Technologies (ICT) sector in the EU" wurde von dem Forschungsinstitut UNU-MERIT erstellt, ein Joint Venture der Universität der Vereinten Nationen und der niederländischen Maastricht Universität. Der Report von UNU-MERIT behandelt die wirtschaftliche Bedeutung von Freier und Open Source Software im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologie in Europa. » Weiter

DRM, Privatkopie und Open Source Software im neuen französischen Urheberrecht

Von Benjamin Roger
 
Mit gut dreieinhalb Jahren Verspätung hat Frankreich durch das Gesetz vom 1. August 2006 die EU-Urheberrechts-Richtlinie vom 22. Mai 2001 umgesetzt. Ein Kernpunkt der neuen Regelung ist der rechtliche Rahmen für "wirksame technische Schutzmaßnahmen" oder DRM (Digital Rights Management): Diese sind nun, entsprechend den Vorgaben der Richtlinie, gesetzlich geschützt und ihre Umgehung strafbar. Dabei war der französische Gesetzgeber - mehr als der deutsche - darauf bedacht, den Schutzmaßnahmen Schranken zugunsten der Nutzer zu setzen: So ist etwa ausdrücklich vorgesehen, dass durch "technische Schutzmaßnahmen" den Nutzern nicht die Möglichkeit genommen werden darf, Kopien zum privaten Gebrauch anzufertigen (Artikel L.331-8). Darüber hinaus sollen die Hersteller von DRM die "Interoperabilität" gewährleisten (Artikel L.331-7). Gemeint ist damit die Lesbarkeit von technisch geschützten Inhalten unter verschiedenen Plattformen, auch mittels so genannter "offener Standards", also solcher, deren Quellcode öffentlich ist (Artikel 4 des Gesetzes vom 21. Juni 2004). Diese Vorschrift ist gerade auch im Hinblick auf Freie Software wichtig, wobei allerdings eine Ausnahme zugunsten der "Sicherheit und Effektivität von technischen Maßnahmen" Zweifel daran aufkommen lässt, ob sie praktische Bedeutung erlangen wird. Eine explizite Bestimmung zugunsten Freier Software aus dem ersten Entwurf konnte sich letztendlich nicht durchsetzen. Für diese neuen Fragen und sich abzeichnende Konflikte wird eigens eine "Behörde für technische Maßnahmen" (Autorité des mesures techniques) eingerichtet, die sowohl das Gesetz konkretisieren als auch Streitigkeiten zwischen den Parteien entscheiden soll. » Weiter

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