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Institute for Legal Questions on Free and Open Source Software

Filesharing

Staatsanwaltschaft geht gegen kino.to vor

Von: Dr. Till Kreutzer
 
Die GVU (Gesellschaft zur Vermeidung von Urheberrechtsverletzungen e.V.) vermeldet heute in einer Pressemitteilung, dass die Staatsanwaltschaft Dresden einen großen Schlag gegen das illegale Filmportal kino.to geführt hat. Bei kino.to handelt es sich wohl um das größte deutschsprachige Angebot, auf dem Filme zum Abruf oder Streaming kostenlos bereitgestellt werden. » Weiter

Entscheidung des Österreichischen Obersten Gerichtshofs: Vater haftet nicht für Filesharing-Tätigkeiten seiner Tochter

Von Dr. Julia Küng
 
Der österreichische Oberste Gerichtshof (OGH) hat über die Frage entschieden, ob ein Vater dafür haftet, dass seine 17-jährige Tochter über seinen Computer ca 1.600 Musikfiles zum Download anbot, während er selbst sich im Ausland aufhielt. Während das Erstgericht eine Haftung bejahte, war die zweite Instanz der Ansicht, dass der Vater hier nicht für das Verhalten seiner Tochter hafte. Der Oberste Gerichtshof (Az 4 Ob 194/07v) bestätigte jetzt diese Rechtsauffassung und verneinte jegliche Haftung des Vaters für die Filesharing-Aktivitäten seiner Tochter. » Weiter

Amerikanische Filmindustrie startet Klagewelle gegen Tauschbörsen-User

Von Dr. Julia Küng
 
Nunmehr folgt die amerikanische Filmindustrie dem Beispiel der Musikbranche und wird User von Film-Tauschbörsen vor Gericht bringen. Die MPAA („Motion Picture Association of America“) spricht von einem jährlichen Schaden von drei Milliarden Dollar durch die Nutzung und den Tausch illegaler Filmkopien und hat nach Angaben des Wall Street Journals vor, in Kürze in einer ersten Klagewelle mehr als 200 Klagen einzubringen. Vorerst werden diese gegen Unbekannt gerichtet sein, da derzeit das einzige Identifikationsmerkmal der User deren IP-Nummer ist. Gleichzeitig werden die Internet-Provider auf Herausgabe der Nutzerdaten geklagt werden, um anhand der dadurch erlangten Daten Schadenersatzansprüche gegen die User in Höhe von 30.000 bis 150.000 US-Dollar pro illegal angebotenem Film geltend zu machen. » Weiter

Neue Wege im Streit um Peer-to-Peer-Tauschbörsen?

Von Dr. Julia Küng
 
Die Electronic Frontier Foundation (EFF) möchte zu einer friedlichen Lösung des Konflikts zwischen Peer-to-Peer-Tauschbörsen-Nutzern und der Musikindustrie beitragen. So hat sie dieser Tage einen Vorschlag veröffentlicht, den sie mit Voluntary Collective Licensing bezeichnet. In diesem geht es darum, eine Non-Profit-Organisation einzurichten, welche von den Nutzern von P2P-Tauschbörsen freiwillige Beiträge einkassiert, die dann der Musikindustrie zugute kommen sollen. Die eingesammelten Beträge würden also in einen Pool kommen und nach Popularität der Musik auf deren Urheber aufgeteilt werden. Doch allfällige Jubelschreie über eine mögliche Einigung wären weit verfrüht. So sagt beispielsweise der kalifornische IT-Industrieanalyst Carleton, dass der Verband der US-Musikindustrie, die Recording Industry Association of America (RIAA), keinen Grund habe, diese Idee aufzugreifen. Ein freiwilliges System sei nicht überzeugend, da es eines rechtsverbindlichen Rahmens bedürfe, aber vor allem sei der Weg der RIAA, P2P-Usern direkt (gerichtlich) anzugreifen, dermaßen erfolgreich, dass er jetzt in Kanada und vermutlich auch in anderen Ländern kopiert werde. Auch Adam Eisgrau, Executive-Director von P2P United in Washington D.C. zeigt nicht einmal verhaltenen Optimismus, dass dieser Vorschlag fruchten könnte. Vorschläge dieser Art würden auf Ablehnung stoßen, da durch ihre Umsetzung wahrscheinlich nur weniger Geld erlangt werden könne als durch derzeitige Methoden. » Weiter

U.S.-Urteil: Verantwortlichkeit für Urheberrechtsverletzung durch Tauschbörsensoftware

Von Carsten Schulz
Bereits Ende April 2003 entschied der U.S. District Court for the Central District of California, dass die Softwarehersteller Grokster und StreamCast Networks nicht für die Urheberrechtsverletzungen verantwortlich gemacht werden könnten, die durch die Nutzer ihrer Computerprogramme begangen würden. Die Kläger (u.a. Metro-Goldwyn-Mayer Studios) kündigten gegen das Urteil umgehend Berufung an.
Die beklagten Parteien bieten Software an, die es ermöglicht, die Tauschnetzwerke Grokster bzw. Morpheus zu nutzen (Download des Urteils hier). » Weiter

Napster - Manchmal kommen sie wieder ... zum Guten oder Schlechten!

Von Till Kreutzer

Napster - Der totgeglaubte Veteran der Tauschbörsen erhebt sich aus seinem Grab und soll - einmal mehr - des Einen Freud und des Anderen Leid sein. Gute Nachrichten zuerst, die Freud voran: » Weiter

Das Aussterben der Filesharing-Systeme

Von Till Kreutzer
 
Nach und nach verschwinden sie alle, die beliebten Tauschbörsen. Napster, mp3.com, Aimster, Morpheus, Audiogalaxy; bald auch Kazaa?! Einst als "killer applications" mit ungeahnten Möglichkeiten gefeiert, Millionen von Nutzern innerhalb weniger Monate gewonnen, dann angeprangert, als Tummelplatz für "Entertainment-Piraten" verschrien und mit juristischen Mitteln vernichtet. Die etwa dreijährige Geschichte der Filesharing- oder Peer-to-Peer-Systeme ist bewegt und von Extremen geprägt. Die Erfolgsquote ist beispiellos, Filesharing hat in der kurzen Zeit seiner Existenz so ziemlich alle Rekorde gebrochen. Die Software mit der höchsten Nutzerwachstumsrate aller Zeiten war Napster im Jahr 2000: 345 % Userzuwachs in weniger als einem halben Jahr ermittelten die Marktforscher.
Die Angaben über die Nutzerzahlen schwankten: in den Höchstzeiten sollen zwischen 30 und 60 Millionen Menschen in aller Welt das System zum Tauschen von Musikstücken benutzt haben.
Das Erfolgsrezept zu beschreiben ist nicht so einfach, wie man denken sollte. Es changiert im Lichte der eigenen Ausgangsposition. Die meisten Vertreter der Musik- und Filmindustrie führen den Erfolg allein darauf zurück, dass man dort umsonst bekommt, was man sonst bezahlen müsste. Die Nutzer der Systeme streiten das sicher nicht vollends ab, haben aber auch andere Argumente parat. Die Vorzüge solcher Systeme gegenüber dem herkömmlichen Musikkauf sind nicht Wenige: statt ganzer CDs kann man sich dort von anderen Nutzern einzelne Titel herunterladen. Man kann sich die neue Madonna-Scheibe ausgiebig anhören, bevor man sie kauft. Vor allem aber trifft man in den Systemen so viele Gleichgesinnte, dass man dort Sachen findet, die man sonst gar nicht (mehr) bekommen könnte.
Auch das Potential und die Wirkungen der Tauschbörsen werden denkbar unterschiedlich bewertet. Dies beginnt bei den Musikern und Komponisten: die einen meinen, Filesharing sei der Untergang der kommerziellen Musik; Vergütungen würden versanden, die man sich durch seine kreative Arbeit verdient habe. Die anderen heißen die riesigen Foren als neue Art von Präsentations- und Distributionsplattformen willkommen und speisen ihre neuen Titel freiwillig ein.
Über die Auswirkungen stritten sich auch die Marktforscher in einer unüberschaubaren Zahl von Studien: die einen wollen erkannt haben, dass die Milliardenverluste der Musik- und Filmindustrie zu einem Gutteil auf das ungehemmte Tauschen zurückzuführen seien. Wer bei Kazaa einen Titel herunterlade, kaufe eben nicht mehr. Ganz logisch oder?! Nicht so die Experten, die genau das Gegenteil behaupten: die Nutzer von Filesharing-Systemen kauften danach mehr Tonträger, sie holten sich peer-to-peer nur Anreize. Die (zweifellos existenten) Umsatzeinbrüche seien dagegen Folge des allgemeinen Wirtschaftsabschwungs und der steigenden Beliebtheit von Handys und Videospielen, die bei den Jugendlichen gegen die Musik konkurrieren. Die Wahrheit liegt sicherlich irgendwo dazwischen.
Diese Kontroversen allein führen indes nicht zu den für das Filesharing-Lager verheerenden Folgen. Das Recht ist es vielmehr, dass es der Entertainment-Industrie ermöglicht, die Hersteller von Filesharing-Software, die Betreiber von Servern oder ganzer Systeme zum Aufgeben zu zwingen. » Weiter

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