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Institut für Rechtsfragen der Freien und Open Source Software

Star Office künftig unter verschiedenen Lizenzen erhältlich

Von Dr. Axel Metzger
 
Sun hat nunmehr die Details seiner Lizenzpolitik im Hinblick auf Star Office 6.0 bekannt gegeben. Das von Sun direkt vertriebene Paket Star Office 6.0 wird gegen Zahlung eines zweistelligen Euro-Betrages an Einzelkunden abgegeben. Zugleich ist der Quelltext des Programmpakets nahezu vollständig weiterhin auf der Grundlage freier Lizenzen als OpenOffice 1.0 erhältlich, abzüglich der Komponenten, deren Nutzung Sun seinerseits nur auf der Grundlage proprietärer Lizenzen gestattet ist. OpenOffice wird wahlweise auf der Grundlage der GPL und LGPL sowie auf Grundlage der "Sun Industry Standards Source License" (SISSL) Version 1.1 angeboten.

Hintergrund:
Sun ist erst im Sommer 1999 in den Besitz der Rechte an Star Office gekommen. Version 5.2 wurde im Juni 2000 veröffentlicht, schon bald darauf kursierten Gerüchte, der Code des Programms werde unter einer Open Source Lizenz frei gegeben. Im Oktober 2000 erfolgte schließlich die Freigabe einer Vorversion von Star Office 6.0. Am 95%-igen Marktanteil des Konkurrenzprodukts MS Office konnte auch diese Maßnahme bisher nichts ändern.
Die Lizenzpolitik von Sun im Hinblick auf Star Office ähnelt stark dem Modellfall Netscape/Mozilla. Bei der Freigabe des Codes von Netscape stellten sich 1998 ganz ähnliche Probleme wie nunmehr offenbar bei Star Office: Netscape selbst hielt nicht die Urheberrechte an allen verwandten Komponenten, so dass letztlich nur ein Teil des Codes im Rahmen des Mozilla-Projektes frei gegeben werden konnte.
Vor diesem Hintergrund überrascht es wenig, dass die SISSL eine gekürzte Version der "Mozilla Public License" darstellt.
Neben der SISSL wird der OpenOffice-Code aber wie bereits zuvor auch nach Maßgabe der GNU GPL und LGPL erhältlich bleiben.