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Institut für Rechtsfragen der Freien und Open Source Software

Erster deutscher Übersetzungsvorschlag der GPLv3

Von Benjamin Roger
 
Kurz nach der Veröffentlichung der neuen Version 3 der GNU GPL liegt nun eine erste Übersetzung ins Deutsche vor. Verantwortlich dafür zeichnet Peter Gerwinski, der bereits an der deutschen Fassung der GPLv2 mitgewirkt hatte. Wie bisher sämtliche Übersetzungen der GPL ist auch diese inoffiziell; die engliche Originalfassung bleibt allein maßgeblich für Rechte und Pflichten aus der Lizenz.

Hintergrund:

Über den Entstehungsprozess der GPLv3 wurde an dieser Stelle wiederholt ausführlich berichtet (vgl. zuletzt Nachricht der Woche vom 1. Juli 2007). Die nun vorgelegte Übersetzunng versteht sich als Verständnishilfe für deutschprachige Nutzer. Freilich besteht die besondere Schwierigkeit einer Übersetzung der GPL auch darin, die juristischen Konzepte in der Terminologie des nationalen Rechts zu beschreiben, ohne dabei ihre Bedeutung zu verfälschen. Insofern bleiben weitere Vorschläge abzuwarten; der vorliegende orientiert sich, etwa in der Übersetzung von "propagate" durch "propagieren" (vgl. u.a. Ziffern 0, 2), noch eng am Wortlaut des englischen Originals.
Eine weitere Herausforderung dürfte eine "allgemeinverständliche" Darstellung der Lizenzbedingungen sein, wie sie etwa bei Creative Commons-Lizenzen die sogenannten "deeds" (Beispiel) beanspruchen. In dieser Richtung hatte die FSF Europe "Nützliche Tips zur Einhaltung der Lizenz für Anwender" sowie für Anbieterzusammen gestellt. Diese könnten einer Anpassung an die Neuerungen der GPLv3 unterzogen werden.